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Der Straßenverkehr ist
die wichtigste Ursache für hohe Schadstoffkonzentrationen in der
Luft unserer Städte. Mit jedem Meter, den wir mit dem Auto fahren,
gelangen zahlreiche Stoffe in die Luft, die unsere Gesundheit
gefährden: Kohlenwasserstoffe, Stickstoffoxide, Kohlenmonoxid,
Benzol oder Dieselruß stammen aus dem Abgas; durch den Abrieb von
Reifen, Bremsbelägen und Fahrbahn werden zusätzlich Schadstoffe und
Staubpartikel freigesetzt. Nicht nur in Straßennähe führt der
Straßenverkehr zu schlechter Luft, sondern auch fernab in
vermeintlich unbelasteten Gebieten: Unter dem Einfluss von
Sonneneinstrahlung entsteht aus Stickstoffoxiden und
Kohlenwasserstoffen in der unteren Atmosphäre Ozon. Dadurch können im
Sommer hohe Ozonkonzentrationen auftreten - der so genannte
„Sommersmog ".
Gesundheitliche
Auswirkungen
Autoabgase und auch
Sommersmog greifen die empfindlichen Atemwege an, reizen die
Schleimhäute und führen zu einer verstärkten Asthma- und
Allergieanfälligkeit. Die Abgase können auch das Risiko für
bestimmte Krebserkrankungen und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
erhöhen.
Kinder haben die
"Nase voll "
Kinder sind den
Autoabgasen besonders ausgesetzt: In „Kindernasenhöhe " sind durch die
Auspuffnähe die Schadstoffkonzentrationen höher. Kinder sind "aktiver"
als Erwachsene. Sie bewegen sich mehr und halten sich meist länger
im Freien auf. Oft atmen sie daher -bezogen auf das Körpergewicht -
mehr Schadstoffe ein als Erwachsene. Hohe Ozonkonzentrationen
können bei Kindern mit Asthma zu stärkeren Reaktionen führen.
Studien haben zudem gezeigt, dass Kinder, die an verkehrsreichen
Straßen wohnen, schlechtere Messwerte bei Tests der Lungenfunktion
auf- wiesen und häufiger an Atemwegssymptomen litten.
Trotz Katalysator nur
eine Teilentwarnung
Durch die Einführung
des Katalysators, höherer Kraftstoffqualität und besserer Motoren
konnten bei Fahrzeugen mit Ottomotor die Emissionen von schädlichen
Abgasen um bis zu 90%vermindert werden. Bei Dieselmotoren konnte
der Ausstoß von Rußpartikeln und Stickoxiden dagegen noch nicht so
wirksam reduziert werden. Erst mit der jetzt von einem
französischen Hersteller gestarteten Einführung von
Dieselrußfiltern wird eine Verminderung der Rußpartikel um über 90%
möglich. Durch die gesunkenen Emissionen konnte die Luftqualität an
Straßen deutlich verbessert werden. So hat sich zum Beispiel die
Konzentration von Benzol seit den 80er Jahren halbiert. Für
Stickoxide, die zu einem großen Teil aus Dieselfahrzeugen stammen,
und für Staubpartikel (Ruß, Abrieb und Aufwirbelung) kann dagegen
noch keine Entwarnung gegeben werden.
Mobilität ist nicht
gleich Verkehr!
Unter den hohen
Luftbelastungen durch den Verkehr leiden wir alle. Aber wir sind auch
selbst an ihrer Entstehung beteiligt. Hohe Mobilität ist für unsere
Gesellschaft un- verzichtbar, aber dies geht oft auch mit weniger
motorisiertem Verkehr.
Zum Beispiel mit dem
Rad - dem einzigen Null-Liter-Fahrzeug
Viele Wege, für die
wir (aus Gewohnheit?) schnell ins Auto springen, sind kürzer als wir
meinen und damit auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad machbar, oft
sogar ohne viel Zeit zu verlieren. Das macht auch Kindern mehr
Spaß, als festgeschnallt im Auto zu sitzen. Es ist gesundheitlich
gleich dreifach gut: gesunde Bewegung, Entlastung der Luft und eine
niedrigere eigene Abgasbelastung.
Zum Beispiel zu Fuß -
damit Kinder mehr erleben
Kinder, die zu Fuß
gehen dürfen, haben viele Möglichkeiten, ihre Umwelt zu entdecken und
zu erleben, sich zu bewegen, Freunde zu treffen oder auch nur
Nachbars Katze zu be- obachten. Mit dem Auto zur Schule gebracht zu
werden, ist vielleicht zeitlich ein Gewinn -aber teuer erkauft:
Verkehrschaos vor der Schule mit Schadstoffspitzenkonzentrationen,
zusätzliche Unfallrisiken und Kinder, für die zwischen Zuhause und
Schule ein Niemandsland ist.
Zum Beispiel mit Bus
und Bahn - auch im Kombi-Pack mit dem Rad ideal
Viele Gegenden in
Deutschland verfügen über ein attraktives Angebot im öffentlichen
Personenverkehr. Gehen Sie beim nächsten Ausflug (in der Freizeit
werden doppelt so- viel Kilometer mit dem Auto gefahren wie im
Berufsverkehr!) doch mal auf Entdeckungsreise mit Bus und Bahn,
vielleicht kombiniert mit einem Radausflug. Das erspart der Umwelt
viele Abgase und außerdem den Stau im Reiseverkehr.
Und wenn schon Auto,
dann mit Rücksicht auf die Umwelt:
- in einem verbrauchs- und
emissionsarmen Fahrzeug,
- mit einer
energiesparenden Fahrweise,
- mit
rollwiderstandsverminderten Reifen und Leichtlauföl,
- in einer Fahrgemeinschaft.
Kontaktadresse für
weitere Informationen und Beratung
Umweltbundesamt
Postfach 33 00 22
14191 Berlin
Tel.:030/8903-0
www.umweltbundesamt.de
Verantwortlich für
den Inhalt
Dr.Norbert Englert
(Gesundheitliche Wirkungen)
Umweltbundesamt /II 2.
Dr.Annette
Rauterberg-Wulff (Technische Maßnahmen)
Umweltbundesamt /I 3.1
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