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 Kinder und Elektrosmog

Kinder

Wenn von Elektrosmog die Rede ist, glaubt jeder zu wissen, was gemeint ist – aber jeder versteht etwas anderes darunter. Manchmal sind Felder der elektrischen Hausinstallation, ein anderes Mal Hochspannungsleitungen und neuerdings auch Mobilfunk gemeint. Da viele Menschen diesen Feldern ausgesetzt sind und deshalb auch ein relativ kleines Risiko ernst genommen werden muss, ist zur Wirkung der Felder auf die Gesundheit intensiv geforscht worden. Fachleute unterscheiden zwischen der Wirkung des elektrischen Feldes und der Wirkung des gleichzeitig bestehenden Magnetfeldes. Auch die Frequenz und die Feldstärke werden in die Überlegungen einbezogen. Elektrische Hausinstallationen und Hochspannungsleitungen zählen zum Niedrigfrequenz-Bereich, der Mobilfunk zum Hochfrequenz-Bereich. Kinder, Schwangere, kranke und alte Menschen gelten als besonders schutzbedürftig.

Gesundheitliche Gefahren durch elektrische Felder?

Wissenschaftler, Institutionen und Kommissionen, darunter die deutsche Strahlenschutzkommission, haben die Fachliteratur ausgewertet und kommen zu folgendem Ergebnis:

Von den Feldern der Hausinstallation geht praktisch kein bzw. kein messbares gesundheitliches Risiko aus. Gelegentlich geäußerte Befindlichkeitsstörungen, oft "Elektrosensibilität" genannt, drücken ein subjektives Empfinden aus. Der Nachweis der Elektrosensibilität ist bisher nicht erbracht. Die Gefahren durch Stromschlag oder fehlerhafte Installation sind dagegen sehr ernst zu nehmen.

Das von Hochspannungsleitungen ausgehende niederfrequente magnetische Feld hat möglicherweise eine krebserzeugende Wirkung. Kinder unter Magnetfeldeinfluss (Feldstärke > 0,2 Mikrotesla) haben eventuell ein gering erhöhtes Leukämierisiko. Allerdings kommen Hochspannungsleitungen nur für jeden 100. Leukämiefall ursächlich in Frage. Andere Einflüsse auch außerhalb der Umwelt sind offenbar wichtiger.

Beim Mobilfunk ist streng zwischen den Feldern einer Basisstation und der Handynutzung durch Kinder zu unterscheiden. Die Felder einer Basisstation sind bereits in 50 -100 m Abstand und insbesondere im Gebäudeinnern sehr gering: die gültigen Grenzwerte werden 1.000 -10.000fach unterschritten. Es gibt derzeit keine echten Hinweise dafür, dass im Umfeld einer Basisstation Krankheiten vermehrt auftreten. Im aktuellen Umweltforschungsplan wird untersucht, ob (behauptete) Befindlichkeitsstörungen mit Basisstationen in Verbindung gebracht werden können. Anders sieht es mit der Handynutzung insbesondere durch Kinder aus. Während eines Telefonats wirken vergleichs- weise hohe Felder auf das Gehirn ein. Die Weltgesundheitsorganisation untersucht zur Zeit in einer groß angelegten Studie, ob die Handynutzung mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergeht. Erste Ergebnisse sprechen eher dagegen.

Empfehlungen und Tipps

Elektrische Hausinstallation

Hier ist der Schutz des Kindes vor Stromschlag am wichtigsten. Weitere Maßnahmen wie beispielsweise Netzfreischalter sind aus fachlicher Sicht nicht erforderlich, können aber "eine beruhigende Wirkung" ausüben.

Hochspannungsleitungen

Abschirmungen gegenüber dem magnetischen Feld von Hochspannungsleitungen sind nur mit unvertretbar hohem Aufwand bei geringem Nutzen möglich. Hiervon ist abzuraten.

Mobilfunk

Man kann den Wohnbereich gegenüber Feldern einer Mobilfunkbasisstation mit Folien, Spezialgardinen oder ähnlichem abschirmen. Dies ist jedoch mit hohen Kosten und möglichen Folgeproblemen, wie Schimmelpilzbildung, verbunden. Insgesamt haben solche Maßnahmen keinen wirklich relevanten gesundheitlichen Nutzen, können aber gegebenenfalls zur Beruhigung beitragen.

Schnurlose Telefone nach dem DECT-Standard

Diese arbeiten -technisch betrachtet - nach dem Mobilfunkprinzip. Sie senden mit sehr geringer Leistung. Wer sicher gehen will, kann die DECT-Basisstation aus dem Schlafzimmerbereich entfernen.

Handy

Man sollte darauf achten, dass Kinder und Jugendliche es mit Bedacht nutzen. Eine Beschränkung auf kurze Sprechzeiten und den Versand von Kurznachrichten (SMS) ist empfehlenswert. Nach Möglichkeit sollte auch eine Freisprecheinrichtung verwendet werden. In jedem Fall ist die Nutzung von Festnetztelefonen vorzuziehen.

Aus kinderärztlicher Sicht spielt das Thema "Elektrosmog" nach derzeitigem Wissensstand eher eine untergeordnete Rolle. Im Interesse der Kindergesundheit sollte den Themen Ernährung, Bewegung und gesunde Lebensführung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Kontakt für weitergehende Informationen und Beratung

Kinderumwelt gGmbH der Deutschen Akademie
für Kinderheilkunde und Jugendmedizin e.V.
Westerbreite 7
49084 Osnabrück
Tel.0541-977 89 00
Fax 0541 -977 89 05
Internet: www.uminfo.de (Mobilfunkforum)

Verantwortlich für den Inhalt

Prof. Dr. med. K. E. von Mühlendahl
Dr. rer.nat. M. Otto
Kinderumwelt gGmbH (vormals DISU/DISA)


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