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Guten Tag, meine Damen und Herren,
ich begrüße Sie am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für
Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema: „Kinder stark
machen – Tipps zur Suchtvorbeugung für Eltern“.
Sucht: Viele von Ihnen denken bei
diesen Worten sicher an Haschisch, Kokain oder Heroin. Abhängigkeit nur
auf illegale Drogen zu beziehen wäre jedoch falsch. Drogen sind
schließlich Stoffe, mit denen jeder von uns umgeht: Alkohol,
Zigaretten, Medikamente oder Koffein. Auch von diesen Stoffen können
Menschen abhängig werden, und es ist in der Tat so, dass viel mehr
Menschen von legalen Drogen abhängig sind als von illegalen.
Wieso greifen Menschen überhaupt
zu Drogen. Jede und jeder von uns kennt die als angenehm erlebte
Wirkung von Alltagsdrogen: sich in Stimmung bringen, sich gelöst
fühlen, sich beruhigen und vieles mehr. Alltagsdrogen können viele
Funktionen haben, können den Genuss steigern, eine Bereicherung des
Lebens sein. Dieser Umgang mit Drogen kann legitim und sinnvoll sein.
Die Wirkung der Drogen kann aber
auch andere Funktionen bekommen: wenn Menschen eine innere Leere
zudecken müssen, einen Konflikt vergessen oder Spannungsgefühle abbauen
wollen. Drogen werden als Ersatz für die Befriedigung eines emotionalen
Hungers missbraucht, eine Suche nach Liebe und Geborgenheit. Manchmal
sollen Drogen einer Erschöpfung entgegenwirken und das
Leistungspotential aufrecht erhalten. Sie können dazu verhelfen,
Sehnsüchte, die man sich im nüchternen Zustand versagt, ein Stückchen
auszuleben.
Ein solcher Umgang mit Drogen, den
sicherlich auch die meisten von uns in der einen oder anderen Weise
selbst kennen, wird dann problematisch, wenn er sich verfestigt. Drogen
werden dann immer mehr zum Ersatz für die Verwirklichung von tiefen,
unerfüllten Sehnsüchten, Träumen, Wünschen. Da sie nur ein Einsatz
sind, können sie diese Bedürfnisse nicht wirklich befriedigen und
werden gleichzeitig immer mehr zu einer Flucht – einer Flucht vor den
realen Schwierigkeiten des Alltags. Daraus kann sich im Laufe der Zeit
eine immer stärkere psychischen Abhängigkeit, bei einigen Drogen auch
eine körperliche entwickeln. Ein Teufelskreis beginnt: Die Drogen
werden selbst zum Problem, ohne dass auch nur eines der ursprünglichen
gelöst wäre.
Um sich selbst vor der
Drogenabhängigkeit zu schützen, ist eine der wichtigsten
Voraussetzungen, sich eigene Bedürfnisse bewusst zu machen, um sie
realitätsbezogen umsetzen zu können. Ebenso wichtig ist die
Konfliktfähigkeit, die eine Stärke des eigenen Ichs voraussetzt. Wer
mit sich selbst aufrichtig ist, wer sein Leben als sinnvoll empfindet
und es aktiv zu gestalten weiß, wird vermutlich weniger schnell zu
Fluchthaltungen tendieren.
Selbstbewusstsein und
Konfliktfähigkeit eines Menschen hängt natürlich eng mit den
Erfahrungen zusammen, die er oder sie als Kind und in der Jugend
gemacht hat. Eltern, die Ihre Kinder vor der Drogenabhängigkeit
schützen wollen – und welche Mutter, welcher Vater wollte das nicht? –
sollten damit beginnen, sich selbst darüber klar zu werden, welche
Funktionen die Alltagsdrogen in ihrem eigenen Leben haben. Kinder
lernen mehr durch die Haltungen und Taten ihrer Eltern als durch noch
so gut gemeinte Worte.
Wenn Sie Ihr Kind vor der
Abhängigkeit schützen wollen, machen Sie es stark, fördern sie sein
Selbstvertrauen. Ermutigen Sie es zu einer aktiven Freizeitgestaltung,
fördern Sie seine Phantasie und Kreativität. Überlegen Sie welche
Möglichkeiten es gibt, dass Ihr Kind seine Abenteuer- und Entdeckerlust
ausleben kann. Nehmen Sie es ernst, nehmen Sie sich Zeit. Wichtig ist,
dass Sie in einer lebendigen Beziehung zu Ihrem Kind bleiben.
Je besser diese Beziehung ist, um
so leichter wird es Ihnen auch fallen, Verhaltensänderungen Ihres
Kindes anzusprechen, die Sie besorgt machen. Wenn Sie befürchten, Ihr
Kind könnte Drogen nehmen oder sogar abhängig sein, dann sprechen Sie
es direkt darauf an. Eltern fragen zwar oft nach Anzeigen für eine
Drogenaghängigkeit, doch alle äußeren Zeichen sind mehrdeutig und der
direkte Weg einer Aussprache in der Regel der sinnvollste.
Zusätzliche Hilfen bieten Drogen-
und Erziehungsberatungsstellen, deren Adressen Sie in jedem Telefonbuch
finden.
Eine Broschüre zu diesem Thema
können Sie unter der Nummer 06131 / 20 69 31 bestellen. Sie finden uns
auch im Internet unter www.lzg-rlp.de.
Unsere Adresse lautet:
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.,
Karmeliterplatz 3, 55116 Mainz, Telefon 06131 / 20 690.
Vielen Dank für Ihr Interesse und
bleiben Sie gesund!
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