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 Passivrauchen

Kinder vor Tabakrauch schützen

Kinder

Tabakrauch ist der bedeutendste und gefährlichste Schadstoff in Innenräumen. Er enthält mehrere tausend Stoffe, von denen einige die Atemwege reizen (z.B. Formaldehyd und Ammoniak). Andere Substanzen im Tabakrauch sind krebserzeugend. Hierzu zählen Nitrosamine, Benzol und Benzpyrene und viele mehr. Insgesamt 40 Substanzen im Tabakrauch gelten als krebserzeugend. Diese Stoffe gelangen über den Tabakrauch, den der Glutkegel der Zigarettenspitze abgibt, in die Raumluft. Die Konzentration der gefährlichen Substanzen ist in diesem so genannten Nebenstromrauch teilweise deutlich höher als in dem Rauch, den der Raucher inhaliert.

In Deutschland wachsen ungefähr 50 % aller Kinder in Haushalten auf, in denen geraucht wird. Das sind etwa 7,5 Millionen Kinder bis zum Alter von 15 Jahren. Leider rauchen immer mehr junge Frauen und sogar 20 % aller Mütter, was vor allem für Babies und Kleinkinder ein großes Gesundheitsrisiko bedeutet. Diese halten sich in der Regel zu über 90% in Innenräumen auf und haben keine Möglichkeit, dem Passivrauchen zu entgehen, wenn dort geraucht wird.

Risiken für Ungeborene und kleine Kinder

Kinder werden durch unfreiwilliges Mitrauchen schon in der Schwangerschaft stark belastet. Für Ungeborene steigen die Risiken für niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburt und sogar Totgeburt. Im Mutterleib können die Lungenreifung und die Entwicklung des Weckzentrums im Gehirn des Kindes beeinträchtigt werden. Das Risiko für den Plötzlichen Säuglingstod steigt um das Dreifache im Vergleich zu Babies, die nicht mitrauchen müssen. Kleine Kinder nehmen mehr Schadstoffe durch die Atemluft auf, denn sie atmen im Vergleich zu Größeren etwa zwei- bis dreimal so viel ein und aus. Akut kann Passivrauchen bei ihnen zu Bindehautreizungen, Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Gefährlicher noch sind aber die langfristigen Folgen. So sind bei Kindern, die in ihren Familien mitrauchen müssen, folgende Erkrankungen besonders häufig:

  • Erkrankungen der unteren Atemwege wie Bronchitis und Lungenentzündung,
  • chronische Mittelohrentzündungen und Mittelohrergüsse,
  • Bronchialasthma,
  • Verstärkung von allergischen Hautsymptomen und
  • Schädigung der Innenwand von Blutgefäßen (Begünstigung von Arteriosklerose).

Wie schütze ich mein Kind am besten?

Überlegen Sie in der Familie gemeinsam, wie Sie die Wohnung und auch das Auto rauchfrei machen können. Stehen weder Balkon noch Terrasse zur Verfügung, wird es schwierig, vor allem wenn Sie in einem oberen Stockwerk eines Mehrfamilienhauses wohnen. Wenn Sie Küche oder Wohnzimmer als "Raucherzimmer" nutzen wollen, während Ihr Kind schläft, müssen Sie in jedem Fall für eine gute Lüftung sorgen. Leider lässt sich der Rauch kaum ganz beseitigen - und er "verirrt" sich auch immer wieder in andere Räume. Beraten Sie sich mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt. Das ist auch ratsam, wenn Sie stillen wollen, aber mit dem Rauchen nicht aufhören können.

Woran sollte ich noch denken?

Weisen Sie auch Besucher, selbst nahe Verwandte, darauf hin, dass in Ihrer Wohnung und vor allem in der Umgebung Ihres Kindes nicht geraucht werden soll. Rauchfrei sollten auch andere mögliche Aufenthaltsorte Ihres Kindes sein, wie Hort, Wohnung der Tagesmutter, Kindergarten, Schule und Sportvereine. Leider ist es noch nicht selbstverständlich, bei Familienfeiern und anderen Veranstaltungen nicht zu rauchen, wenn Kinder anwesend sind. Die Gesundheitspolitik ist aufgefordert, den Nichtraucherschutz auf alle Verkehrsmittel und öffentlichen Gebäude und Einrichtungen, auch Spielplätze, zu erstrecken, damit Kinder hier nicht länger mitrauchen müssen.

Wie schaffe ich den Schritt in die Rauchfreiheit?

Rauchen ist für viele junge Eltern eine Sucht. Es fällt ihnen sehr schwer, vom Rauchen zu lassen, selbst wenn sie eigentlich – auch ihrem Kind zuliebe – aufhören wollen. Die Vorteile des Rauchstopps liegen zwar auf der Hand, dennoch ist die Überwindung einer Abhängigkeit oft nicht ohne Hilfe möglich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder rufen Sie bei einer Raucherberatung an!

Tel. 02 21 / 89 20 31 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Tel. 0 62 21 / 42 42 00 Deutsches Krebsforschungszentrum

Informationen über ein neues Programm zur Raucherentwöhnung für Jugendliche und junge Erwachsene finden Sie auch unter www.justbesmokefree.de

Kontakt für weitere Informationen

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Mielenforster Str.2
51069 Köln

Verantwortlich für den Inhalt

Wolf-Rüdiger Horn, Kinder- und Jugendarzt
(Suchtbeauftragter des Berufsverbandes
der Kinder- und Jugendärzte e.V.)


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