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 Fernsehen - aber richtig!

Kinder

Guten Tag, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema: „Fernsehen – aber richtig“.

Vom Fernsehen können Kinder eine Menge lernen. Das ist unbestritten. Das Fernsehen liefert auf Knopfdruck Abwechslung, Spannung, Abenteuer und Informationen rund um die Uhr. Da stellen sich viele Eltern die berechtigte Frage: Wie finde ich das richtige Maß?

Und es ist wie immer bei solchen Fragen: Patentrezepte gibt es nicht - aber Grundsätzliches gilt es zu bedenken. Deshalb nennen wir Ihnen hier wichtige Fakten und geben Ihnen den ein oder anderen Tipp für das elterliche Verhalten im Umgang mit dem Fernseher.

Wie nehmen Kinder Fernsehen überhaupt auf?

Das kindliche Gehirn kann nur eine beschränkte Menge an Informationen verarbeiten. Fernsehsendungen mit ihrem raschen Wechsel von Bildern und Tönen verursachen daher schnell eine Reizüberflutung. Kinder reagieren darauf mit Unruhe, weil vieles vom Gesehenen gewissermaßen unverdaut in ihren Köpfen zurückbleibt.

Kinder entwickeln erst im Alter von 5 bis 6 Jahren die Fähigkeit zwischen Wirklichkeit und filmischer Illusion zu unterscheiden. Einfache Handlungszusammenhänge verstehen sie im Alter von 7 Jahren und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden lernen sie ab dem 9. Lebensjahr.

Deshalb gehören Kinder auch nicht alleine vor den Fernseher. Am liebsten sitzen Kinder in einer Gruppe von Gleichaltrigen oder mit ihren Geschwistern vor dem Bildschirm.

Nehmen Sie die folgenden Zeitangaben als Richtschnur für die Dauer des Fernsehkonsums ihrer Kinder:

  • Kleinkinder gehören nicht vor den Fernseher - auch wenn einige Sender für sie inzwischen spezielle Angebote ausstrahlen.
  • 3 bis 5-jährige sollten täglich nicht länger als eine halbe Stunde,
  • 6 bis 9-Jährige eine Stunde und
  • 10 bis 13-Jährige 90 Minuten vor dem Fernseher sitzen.

Beteiligen Sie Ihre Kinder an der Auswahl der für sie geeigneten Sendungen, indem Sie jeweils am Anfang der Woche gemeinsam ein Programm zusammenstellen. Sie geben als Eltern die Dauer des Fernsehkonsums vor, die Kinder werden mit zunehmendem Alter an der Auswahl der Beiträge beteiligt. Akzeptieren Sie dabei, dass größere Kinder auch mal etwas auswählen dürfen, was Ihnen als Eltern nicht so gut gefällt.

Im Anschluss an den Fernsehkonsum braucht Ihr Kind Raum und Zeit, seine Gefühle zu zeigen und sich auszureagieren: durch Bewegung, durch körperlichen Kontakt, durch Fragen und Gespräche. Aber warten Sie, bis Ihr Kind von sich aus damit beginnt zu erzählen oder zu fragen.

Benutzen sie den Fernseher in keinem Fall zur Belohnung oder zur Bestrafung Ihres Kindes. Ihr Kind sollte nie den Eindruck gewinnen, fernsehen zu dürfen sei etwas besonders Erstrebenswertes.

Fassen wir das Gesagte in fünf Regeln zusammen:

Das Fernsehen ist kein Babysitter.

Verbote verstärken die Lust am Fernsehen nur noch mehr.

Suchen Sie das Programm regelmäßig gemeinsam mit den Kindern aus.

Helfen Sie Ihren Kindern das Gesehene zu verarbeiten, indem Sie mit Ihnen übers Fernsehen sprechen und

dosieren Sie den Fernsehkonsum altersgemäß:

  • für Kleinkinder bleibt die Mattscheibe dunkel,
  • Vorschulkinder bis zu 30 Minuten,
  • Grundschulkinder bis zu einer Stunde und
  • Kinder bis zu 13 Jahren 90 Minuten.

Zeigen Sie Ihren Kindern, dass es ihnen nicht gleichgültig ist was das Fernsehen mit Ihren Kindern macht und was Ihre Kinder mit dem Fernsehen machen.

Eine Broschüre zu diesem Thema können Sie unter der Nummer 06131/2069-31 bestellen. Sie finden uns auch im Internet unter www.lzg-rlp.de. Unsere Adresse lautet: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Karmeliterplatz 3, 55116 Mainz,
Telefon 06131/2069-0.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!


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