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In
Deutschland leben zur Zeit rund 13 Millionen Kinder unter 15 Jahren.
Etwa 1,8 Millionen dieser Kinder erleiden jedes Jahr einen Unfall.
Das bedeutet, dass im Durchschnitt alle 18 Sekunden ein Kind nach
einem Unfall ärztliche Hilfe benötigt. Im Jahr 2000 verunglückten
532 Kinder tödlich. Hauptursache waren Verkehrsunfälle, gefolgt von
Ertrinkungsunfällen und Verbrennungsunfällen. Damit werden bei
Kindern durch Unfälle mehr Todesfälle verursacht als durch
Infektions- und Krebserkrankungen. Dennoch sind die Unfallrisiken
für Kinder im öffentlichen Bewusstsein nur wenig präsent. Dies gilt
insbesondere für Unfälle in Heim und Freizeit, wo sich allein knapp ein
Drittel der Kinderunfälle, also jährlich etwa 570.000, ereignet.
Kinderunfälle sind vermeidbar
Experten
gehen davon aus, dass bis zu 60%der Kinderunfälle durch vorbeugende
Maßnahmen vermieden werden können, so zum Beispiel durch mehr Aufsicht
und bessere technische Sicherungen. Kleinere Kinder können zudem
durch eine sichere Umgebung, zum Beispiel sichere Treppen, keine
glatten Böden in der Wohnung und keine Teiche im Garten, geschützt
werden. Um die vielen Kinderunfälle zu reduzieren, sind Eltern und
Betreuungspersonen über die Gefahrenquellen für Kinder noch besser
zu informieren. Solange das Kind klein ist, tragen sie die volle
Verantwortung und sollten durch sicherheitsbewusstes Verhalten und
Schutzvorkehrungen in der Umgebung des Kindes für Sicherheit
sorgen. Größer werdende Kinder sollten dann außerdem zu
vorsichtigem Verhalten angeleitet werden. Zusätzlich sollte der Sinn
von Schutzausrüstungen bei Freizeitaktivitäten, wie Rad fahren und
Skaten, klar gemacht werden. Eltern sollten sich ihrer
Vorbildfunktion für ihre Kinder bewusst sein und auf den Gebrauch
von Schutzausrüstungen achten. Aber auch die Politik ist gefragt:
mit gesetzlichen Regelungen zur Verbesserung der Sicherheit und mit
der Schaffung von adäquaten Bewegungs- und Spielangeboten für
Kinder. Ein kindgerechtes, sicheres Umfeld und kinderfreundliche
Lebensbedingungen tragen zur Stärkung, zum Schutz und zur Gesundheit
von Kindern bei.
Sicherheitstipps
Beaufsichtigen
- Kleinkinder
beim Wickeln und in der Badewanne nie unbeobachtet lassen
- Kleinkinder auf
dem Spielplatz und am Wasser immer beaufsichtigen
Verhaltensweisen üben
- Umgang
mit gefährlichen Gegenständen:
- z.B.
Schere, Messer
- frühzeitig
Schwimmen lernen
- erst
Roller fahren, dann Rad fahren lernen
- Verhalten im
Straßenverkehr einüben: das Kind als Fußgänger und das Kind als
Radfahrer
Sicheres
Umfeld schaffen
- kleine
Gegenstände vom Säugling/Kleinkind
- fernhalten:
z.B. Nüsse, Perlen, Knopfbatterien
- auf
Lauflernhilfen/Türhopser verzichten
- Treppen
durch Schutzgitter sichern
- Etagenbetten
mit hohen Seitenwänden wählen
- Kindersicherung
für Steckdosen anbringen
- Herd mit
Schutzgitter sichern; hintere Herdplatten verwenden,
Pfannenstiel nach hinten drehen
- Medikamente,
Haushaltsreiniger, Pflanzenschutzmittel und Düngemittel
kindersicher aufbewahren, ebenso Alkohol, Rauchwaren, Streichhölzer und
Feuerzeuge
- Plastiktüten
für Kinder unzugänglich aufbewahren
- Regale
und Schränke gegen Umstürzen sichern
- auf
giftige Pflanzen und Sträucher verzichten
- scharfe
Gegenstände (Messer, Gartengeräte, Werkzeug etc.) immer wegräumen
- auf
Tischdecken verzichten
- Gewässer
(Pool, Teich, Bach, Regentonne etc.) durch Abdeckungen
oder Schutzgeländer sichern
- Rauchmelder
einbauen
-
Schutzausrüstung beim Sport tragen: Helm, Knie-, Arm-, Handgelenkschutz;
Schwimmweste tragen
- im Auto
dem Alter entsprechende Kinderrückhaltesysteme verwenden;
Sitze durch Gurte fixieren
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Verantwortlich für den Inhalt
Martina Abel
BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V., Bonn
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