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Themen "Leben": |
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Treten Sie ein! Freundlich blicken uns in diesen Wochen überall im Kirchenkreis Nürnberg Menschen von Plakaten an, die ihre Zugehörigkeit zur Kirche öffentlich bekunden. In Erlangen sind es bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten des Dekanats. Mit einem Satz sagen sie jeweils: Hier, zu dieser Kirche, in dieser Zeit, mit diesen Menschen habe ich einen persönlichen Bezug. Darum gehe ich hin und bin dabei. Uns hat das so sehr angesprochen, dass wir die Aussagen der neun verschiedenen Menschen heute zum "Nach"denken mit hierher gebracht haben. Wir greifen die neun Gedanken auf, geben jedem Gedanken noch ein paar Impulse zum Weiterdenken - und möchten Sie anschließend einladen, für sich selbst auf Entdeckungsreise zu gehen und Ihre eigenen Anknüpfungspunkte an die Kirche zu finden. Treten Sie ein!
Gewalt und Hass, Leid und Tod können unser Leben bedrohen. Sehr nah ist das in den letzten Wochen an uns herangekommen. Dennoch: Ich glaube, dass die guten göttlichen Kräfte unser Leben tragen. Zuversicht gewinne ich auch von Menschen, die längst nicht mehr leben. Von Menschen, die mit ihrer Art zu leben, bezeugt haben, dass Glaube, Hoffnung und Liebe tragende Säulen für das Leben sind - gerade in den Zeiten, wo vermeintliche Sicherheiten in sich zusammenbrechen. Auch wenn viele von ihnen gerade dafür ihr Leben lassen mussten, ihre Gedanken, Lieder und Gebete haben die Auseinandersetzung mit Gewalt und Hass, mit Leid und Tod überlebt.
Kirche hat viele Gesichter - fröhliche und traurige, hoffnungsvolle und enttäuschte. Jesus zeigt uns mit seinem Leben und Wirken: Jeder, der möchte, ist mit seinem Gesicht, mit seiner Persönlichkeit herzlich willkommen. Alte und Junge, Männer und Frauen, Du und ich. Nationalität, Hautfarbe, Einkommen, Bildungsstand spielen für ihn nie eine Rolle. Wenn ich mich auf Kirche, auf Gemeinde und Gemeinschaft einlasse, lasse ich mich ein auf den anderen in seiner Ähnlichkeit und seiner Andersartigkeit. Das kann sehr bereichernd sein. Das ist nicht immer einfach und nicht immer frei von Konflikten. Und das war noch nie anders. Genauso wie vor vielen Jahrhunderten braucht jeder einzelne von uns - und wir als Kirche immer wieder die Zusage und Verheißung, dass der Geist Gottes uns hilft, den Weg vom ich zum Du zu gehen - und im anderen mit seiner Andersartigkeit ebenso ein geliebtes Kind Gottes zu erkennen wie in mir selbst. "Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit". Gott schenkt uns, jedem einzelnen, den Geist der Kraft, damit wir uns nicht in Illusionen zu flüchten brauchen, sondern den Realitäten des Lebens begegnen können. Er schenkt uns den Geist der Liebe, in dem wir einander offen ins Gesicht schauen. Er schenkt uns den Geist der Besonnenheit, damit wir innehalten, wenn wir nicht mehr klarkommen, damit wir den anderen neben uns mit einbeziehen können in unser Leben, damit wir nicht kopflos werden angesichts der Gesichter, die uns Fratzen schneiden und uns nicht verstehen können. Wo dieser Geist weht, ist jeder willkommen, Du und ich, mitten in der Kirche, als ein Gesicht von vielen, angenommen und geliebt wie jedes der anderen. Wir wollen uns noch Zeit nehmen, darüber nachzudenken, jetzt während einer kurzen Musikeinlage - und danach, indem wir uns auf den Weg machen, die Plakate von draußen hier in der Kirche zu entdecken - und in unser eigenes Spiegelbild zu blicken. |
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